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Warum wir auf Plastik verzichten sollten!

Wir sind umgeben von Plastik. Denn Plastik ist ein überaus beliebtes und für die Industrie praktisches Material. Es ist günstig, robust, leicht und wird vor allem als schützende Verpackung verwendet. Plastik ist mittlerweile nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken, dabei begann der Plastikboom erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Seitdem überschwemmt der billige Kunststoff unsere Welt. Nicht zuletzt trug auch das damalige Image zum Boom bei, denn Plastik galt als schick, sauber und modern. So verdrängte es herkömmliche Materialien und drang nach und nach in alle Bereiche des Lebens vor. Insgesamt wurden zwischen 1950 und 2015 weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik erzeugt, was mehr als einer Tonne Plastik für jeden derzeit lebenden Menschen entspricht. Und der Plastikberg wächst weiter, denn jährlich kommen weltweit fast 400 Millionen Tonnen hinzu. Schuld daran sind auch wir Verbraucher. Laut dem Umweltministerium werden jede Stunde in Deutschland 140.000 To-Go-Becher mit Plastikdeckel in den Müll geworfen. Am Tag sind das über 3 Millionen Stück. Und auch sonst liegt der ehemalige Recyclingweltmeister in Sachen Müll ganz weit vorne. Jeder Deutsche produziert pro Jahr durchschnittlich 39 kg Plastikmüll aus Verpackungsabfall und liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 33 kg.

Der Müllberg wird dabei immer mehr zum Problem, denn Plastik zersetzt sich nicht richtig. Es ist nicht biologisch abbaubar, sondern zerfällt über Jahrzehnte bis Jahrhunderte lediglich in immer kleinere Teile bis hin zum sogenannten Mikroplastik. Als Mikroplastik werden kleinste Plastikteilchen unter 5 mm bezeichnet, die für das bloße Auge oft nicht sichtbar sind. Wie der Name schon sagt, ist Kunststoff ein künstlicher Stoff, der so nicht in der Natur vorkommt und somit nicht vollständig verrottet. Das heißt, dass alles Plastik, das seit seiner Erfindung produziert wurde, immer noch in irgendeiner Form auf der Erde vorhanden ist.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen wird viel Hoffnung in die Wiederverwertung, dass sogenannte Recycling, gesteckt. Doch das Recycling von Plastikmüll funktioniert nicht so einwandfrei, wie es einem oft suggeriert wird. Denn gut ein Drittel des Plastikmülls ist gar nicht recyclingfähig. Nur sortenreines Plastik, das frei von Zusatzstoffen, wie giftigen Flammschutzmitteln oder dunklen Farbstoffen ist, kann recycelt werden. Aber selbst Plastik, welches theoretisch recycelbar ist, wird nur selten wirklich wiederverwertet. Tatsächlich werden in Deutschland nur etwa 16% des anfallenden Plastikmülls recycelt. Die übrigen 84% werden in Verbrennungsöfen vernichtet oder ins Ausland verschifft. Das ist deutlich billiger als der kostenintensive Recyclingprozess. Außerdem verliert Plastik bei jedem Recycling an Qualität, so dass nur selten neue Verpackungen daraus entstehen können. Der Großteil wird recycelt in Produkte mit geringerem Wert, wie Mülltonnen oder Parkbänke, die nach Gebrauchsende nicht wiederverwertet werden. Diese Recyclingprodukte bestehen aber nie komplett aus recyceltem Plastik, sondern immer auch aus neuem, da sonst die Qualität des Materials zu schlecht wäre. Recycling ist also keinesfalls die Lösung des Problems. Die beste Lösung wäre es möglichst keinen Plastikmüll mehr zu produzieren.

Doch nicht nur die Entsorgung von Plastik ist schlecht für die Umwelt, auch die Produktion trägt erheblich zum Klimawandel bei. So pumpen wir den begrenzten Rohstoff Erdöl aus dem Boden, um daraus Wegwerfverpackungen und Wegwerfgeschirr zu produzieren, statt ein wiederverwendbares Glas zu nehmen, dass ausgespült werden kann. Während der Förderung von Erdöl, insbesondere im umstrittenen Fracking-Verfahren, gelangen giftige Substanzen in Luft und Wasser. Mehr als 170 Fracking-Schadstoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen, Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen zu verursachen oder das Immunsystem zu schädigen. Schätzungen zu Folge wird die Produktion von Plastik bis 2050 bei gleichbleibendem Wachstum 52,5 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre abgeben. Somit würden 10 – 15% der CO2-Menge, die die Menschheit zur Begrenzung des Klimawandels einsparen müsste, allein auf die Kunststoffproduktion entfallen. Denn die Produktion von Plastik benötigt viel Energie und Wasser und es werden oft hochgiftige Zusatzstoffe hinzugefügt, damit der Kunststoff verschiedene Eigenschaften erfüllen kann, wie Biegsamkeit oder Feuerbeständigkeit.

Diese Zusatzstoffe schaden der Umwelt genauso wie der Gesundheit. Da die Zusatzstoffe Im Plastik nicht fest gebunden sind, können sie aus dem Kunststoffmaterial austreten, in Wasser oder Luft übergehen. So können diese Schadstoffe in unsere Lebensmittel gelangen oder sogar über die Haut aufgenommen werden. Durchschnittlich enthalten Plastikprodukte rund 7% Prozent solcher Zusatzstoffe. Bei einem Ball aus PVC können die Weichmacher sogar bis zu 70% des Gesamtgewichts ausmachen. Untersuchungen zeigen, dass vor allem Kinder stark mit Weichmachern belastet sind. Die Weichmacher im Kunststoff bringen unseren Hormonhaushalt durcheinander. Das führt unter anderem zu Fruchtbarkeitsstörungen, Früh- und Fehlgeburten und Krebserkrankungen. Doch die größte Ungewissheit für unsere Gesundheit ist das Mikroplastik. Die Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind noch weitgehend unerforscht.

Jede Woche nehmen wir Mikroplastik in der Größe einer Kreditkarte zu uns. Dieses Mikroplastik besteht zu einem aus primären Mikroplastik. Das sind kleinste Plastikteilchen, die bereits in Produkte enthalten sind, wie zum Beispiel in Peelings oder Zahncremes. Sekundäres Mikroplastik entsteht durch den Abrieb von Kunststoffen in der Natur, vor allem im Meer. Das betrifft zum einen Plastikabfälle, aber Kunststofffasern, die beim Waschen entstehen sowie Reifenabrieb. Das Mikroplastik findet dann unter anderem über unsere Nahrungskette den Weg in unseren Körper, denn Fische und Meeresfrüchte enthalten besonders häufig Mikroplastik. Auch kleine Kunststoffpartikel, die sich aus Plastikflaschen lösen, tragen dazu bei. Auch über die Luft nehmen wir Mikroplastik auf. Reifenabrieb und Abriebe von Asphalt sind hier die schwerwiegendste Quelle. Besonders bedenklich ist auch, dass Forscher herausgefunden haben, dass diese Mikroplastikteilchen Schadstoffe anziehen wie ein Magnet. Die Forschung hierzu steht noch ganz am Anfang, weshalb bisher unklar ist, welche Schäden das Mikroplastik bei Menschen anrichtet. Forscher haben bis jetzt nur untersucht, welche Folgen Mikroplastik auf Tiere haben kann und haben herausgefunden, dass Schäden im Magen-Darm zu erwarten sind. Weitere mögliche Folgen sind Beeinträchtigungen der Fortbewegung, des Wachstums und der Fortpflanzung. Inwieweit sich diese Forschungen auf den Menschen übertragen lassen, ist ungewiss. Es konnten jedoch Mikroplastik bereits zweifelsfrei in Stuhlproben nachgewiesen werden. Schon allein deshalb ist es gut auf Plastik zu verzichten, denn je weniger Plastik hergestellt wird, desto besser für uns und die Umwelt.

 

Das könnte die Politik tun:

Eins ist klar, der Einsatz von Einwegplastik muss drastisch reduziert werden. Am einfachsten wäre es, eine Steuer auf Einweg-Artikel und Einmal-Verpackungen zu erheben. So würde man Anreize schaffen, dass Hersteller sich alternative Verpackungsmöglichkeiten einfallen lassen. Auch wären unverpackte Produkte so günstiger als Verpackte. Mit dem zusätzlich eingenommenen Geld könnte man die Forschung für alternative Verpackungen fördern.

Zusätzlich sollte man die Verwendung von leicht recycelbarem Plastik oder Anteile an Recyclingplastik unterstützen.  Mikroplastik, das z.B. Peelings oder Reinigungsmitteln hinzugefügt wird, sollte komplett verboten werden. Auch PET-Einwegflaschen sollten verboten werden, da wir ein gut funktionierendes Mehrwegsystem in Deutschland haben, das auf alle Produkte in Flaschen ausgeweitet werden kann. Der Vorstoß der EU, dass bis 2030 alle Verpackungen aus Plastik vollständig recycelbar sein müssen, ist ein Anfang. Noch wichtiger wäre es jedoch, dass Plastik vermieden wird, wo möglich. Da es sich um ein globales Problem handelt, wird eine staatliche Regulierung, die sich nur auf die EU begrenzt nicht ausreichend sein.

Was du tun kannst:

  • Nimm immer einen Stoffbeutel zum Einkaufen mit
  • Trinke Leitungswasser
  • Verwende feste Seife
  • Kaufe Milch und Joghurt in (Mehrweg-)Glasflaschen oder Gläsern
  • Bringe deinen eigenen Becher für deinen Coffee to Go mit
  • Kaufe auf dem Wochenmarkt oder im Unverpackt-Laden ein
  • Vermeide Produkte mit beigefügtem Mikroplastik. Tipp: Nutze die App Codecheck um hier auf der sicheren Seite zu sein.
  • Bringe dein Essen zur Arbeit mit, statt es beim Bäcker zu kaufen
  • Kaufe Obst und Gemüse unverpackt ein
  • Verwende deine eigene Dose an der Fleisch- und Käsetheke, und beim Bäcker
  • Stelle Produkte, wie Deo oder Waschmittel, selbst her

Hast du noch mehr Ideen, wie man Plastik vermeiden kann? Dann schreibe es uns gerne in die Kommentare :)

 

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